Enchère: 6 Jours
Prix actuel 11.06.2026
Das Gemälde gibt die Situation um 1720/30 wieder. Erhaben wirkt die Kirche – ein im 16. Jahrhundert begonnener Bau, der erst 1734 neu eingeweiht wurde – auf einer Anhöhe mit seinen umgebenden Gebäuden. Sie befindet sich am nördlichen Ende der Via Giulia, direkt am östlichen Ufer des Tiber, südlich des Castel Sant'Angelo, das hier im Bild nicht mehr zu sehen ist. Die gegenüberliegende Uferseite steht hier im Licht der Sonne, weißfarbig, überwiegend in Deckfarben, jedoch äußerst fein detailliert wiedergegeben. Zur Härte der architektonischen Gliederungen im Bild kontrastiert die Weichheit der Figurenstaffage im Vordergrund, mit einer jungen Familie mit Kindern und einem Angler auf einer Sandbank.
Ein ansichtsidentisches Werk von Lint (45,8 x 71 cm, um 1723 entstanden), wurde am 29. Juli 2020 bei Christie's verauktioniert, dort als Studio (Werkstatt) bezeichnet. Eine weitere gleiche Ansicht, für 1739 angenommen, mit zwei Fischverkäufern und einer Figur in rotem Mantel im Vordergrund, befindet sich in einer Privatsammlung.
Als Sohn des Malers Pieter van Lint (1609–1690) erhielt er seine künstlerische Ausbildung durch den Meister Pieter van Bredael (1629–1719), der sein Interesse an der römischen Landschaftsmalerei weckte und ihn veranlasste, nach Italien zu gehen. Um 1700 ließ sich der Künstler in Rom nieder. Er arbeitete im Atelier des Gaspar van Wittel (1653–1736), dem erfolgreichsten und gefragtesten Landschaftsmaler der Zeit. Um 1715 wurde van Lint in die „Schildersbent“ von Rom aufgenommen, eine Art lokale Gilde, die 1627 von einer Gruppe Nordländer gegründet wurde. In seiner bildnerischen Produktion, die sich hauptsächlich auf die Ansichten von Rom und der Landschaft des Latium konzentrierte, spielten die vom Klassizismus von Claude Lorrain (1600–1682) inspirierten Ansichten eine relevante Rolle.
Literatur:
Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrick e Giacomo Van Lint. Tre pittori di Anversa del '600 e '700 lavorano a Roma. Rom 1987, S. 82, Abb. 68.
Vgl. Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo van Lint, Rom 1987.
Vgl. Ann Zwollo, Hollandse en Vlaamse veduteschilders te Rome 1675–1725, Assen 1973.
Vgl. Luigi Salerno, I pittori di vedute in Italia 1580–1830, Rom 1991.
A.R. (1482152) (11)
Hendrik Frans van Lint,
1684 Antwerp – 1763 Rome, attributed
ROME, VIEW OF THE CHURCH OF SAN GIOVANNI DEI FIORENTINI ON THE TIBER
Tempera on card, laid on panel.
26 x 42.5 cm.
ca. 1720/30.
Literature:
Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrick e Giacomo Van Lint. Tre pittori di Anversa del ‘600 e ‘700 lavorano a Roma, Rome 1987, p. 82, ill. 68.
cf. Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo van Lint, Rome 1987.
cf. Ann Zwollo, Hollandse en Vlaamse veduteschilders te Rome 1675 –1725, Assen 1973.
cf. Luigi Salerno, I pittori di vedute in Italia 1580 – 1830, Rome 1991.