Enchère: 6 Jours
Prix actuel 11.06.2026
Das Gemälde zeigt eine Art höllischer Zusammenkunft zwischen dem Heiligen und fantastischen Tiergestalten, darunter eine übergroße Gestalt am rechten Bildrand, die einer Mischung aus Vogel, Strauß, Ente und Kranich ähnelt. Darauf sitzend in Rückansicht eine menschliche Figur. Davor bis zur Bildmitte weitere Tiergestalten, eine mit Bocksbeinen in menschlicher eleganter Kleidung mit roter Samtkappe, diverse Kriechtiere, Kröten- und Katzenarten, fauchend, speiend und teils mit hochragenden Tatzen und Krallen. Davon unbeeindruckt und gelassen am linken Bildrand sitzend der Heilige Antonius in brauner Kutte mit einem Rosenkranz in seinen Händen und seinen Blick konzentriert auf ein aufgeschlagenes Buch gerichtet, das am Boden auf einem Schädel liegt. Im diffusen Hintergrund sind ein Zelt, eine Horn blasende und zwei tanzende Gestalten, sowie eine Pferdefigur unter hohem rötlich-braunem Himmel schemenhaft erkennbar. Darstellung mit vielen Details in überwiegend beige-brauner und leicht rötlicher Farbgebung. Typisches Werk für den Künstler, der für seine detaillierten Tierdarstellungen und fantastische Szenen bekannt war. So war eine Versuchung des Heiligen in einem gleichnamigen Werk von 1629 zu sehen, das 2008 im Hamburger Bucerius-Kunst-Forum ausgestellt wurde.
Cornelis entstammte einer Malerfamilie, war Bruder von Abraham und Hermann Saftleven, und lernte wie diese beim Vater Herman. Nach ersten Schulungen zog Cornelis um 1632 nach Antwerpen und es ist bekannt, dass Peter Paul Rubens (1577–1640) in Gemälden Saftlevens Figuren einkomponiert hat. Nach dem Tode von Rubens fanden sich in dessen Nachlass acht Gemälde von Saftleven, vier davon durch Rubensfiguren ergänzt. 1667 wurde er Vorstand der Lukasgilde in Rotterdam. Von seinem Werk haben sich ca. 200 Gemälde und 500 Zeichnungen erhalten. Von seinen Schülern zählen Abraham Danielsz Hondius (1630/32–1691), Ludolf de Jongh (1616–1679) und Egbert Lievensz. van der Poel (1621–1664) zu nennen. (1480961) (18)